06 Jun 2019

Ob IT, Datenschutz, Anlagensicherheit oder CSR, die Welt der Regularien für Unternehmen wird immer komplexer. Wie Compliance und CSR miteinander zusammenhängen und warum eine Software-Lösung ein doppeltes Sicherheitsnetz bietet.

von Marie-Lucie Linde

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Ob Normen, Gesetze oder Verordnungen, Unternehmen sind immer mehr Regularien ausgesetzt. Nach dem Vorsorgeprinzip sollen gesetzliche Vorgaben u.a. im Bereich Datenschutz (z. B. DSGVO), Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit (ISO-Normen) als auch Anlagensicherheit Unternehmen einen klaren Rahmen und damit Rechtssicherheit geben. Gleichzeitig bringt die Regularienkomplexität erhebliche Unsicherheiten und Zusatzaufwände für das betriebliche Compliance-Management mit sich. 

Auch nachhaltigkeitsrelevante Themen – das prominenteste Beispiel ist sicher die CSR-Berichtspflicht – avancieren zu zentralen Compliance-Themen und bekommen so in der Unternehmenspraxis in beiden Management-Bereichen eine erhöhte Relevanz. Die zentrale Frage ist: Wie kann man das betriebliche Compliance-Management in all seinen Facetten effizienter gestalten und professionell steuern.

Von der Krise zu mehr Kontrolle

Seit etwa 20 Jahren ist die Wirtschaft durch eine Krisenhaftigkeit geprägt, allen voran von der Finanzkrise im Jahr 2008, Vorfällen wie Fukushima sowie weitere wirtschaftliche korrupte Machenschaften. Die Politik hat darauf mit verstärkter Regulierung reagiert, u.a. mit der Offenlegungspflicht eines Corporate-Governance-Kodex sowie der Berichtspflicht zu ESG-Kriterien für die Finanzbranche. Damit hat sich das Thema Compliance – sprich die Einhaltung von Gesetzen und Regularien – als eine zentrale Managementaufgabe in der Unternehmenspraxis etabliert. Dabei spielt die Einhaltung des sogenannten “soft laws” in Form von Selbstverpflichtungen (z. B. Mitgliedschaft im UN Global Compact) mittlerweile eine fast so große Rolle wie die Einhaltung des “hard laws” in Form von gesetzlichen Vorgaben.

Gleichzeitig spielt der Megatrend der Digitalisierung dem Compliance-Management in die Karten: Digitalisierte Prozesse im Unternehmen ermöglichen es, Compliance- relevante Abfragen dezentraler und effizienter zu gestalten als auch die Datenerfassung und Dokumentation zu erleichtern. Zudem können Unternehmen durch digitale Lösungen die relevanten Inhalte (z. B. Rechtsquellen) in den Compliance-Prozess integrieren.

Das 1×1 des Compliance-Managements

Unter dem betrieblichen Compliance-Management versteht man das Einhalten eines Unternehmens von Gesetzen, Regeln und Normen1. Dabei agieren Unternehmen im Spannungsfeld von “hard law” und “soft law”. Ersteres ist für den Betrieb existenziell und daher vom Prinzip der Risikovermeidung getrieben. Denn bei Nichteinhaltung können hier z. B. hohe Strafzahlungen, Produktionseinstellung oder gar die Betriebsschließung drohen. Zweiteres basiert auf freiwilligen Selbstverpflichtungen wie Zertifizierungen oder Audits und ist oftmals Chancen getrieben. Denn durch die Einhaltung dieser Verpflichtungen erhalten Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil am Markt. Mittlerweile werden auch solche anfangs freiwilligen Standards zu einem quasi “hard law”, da eine Nichteinhaltung zu erheblichen Umsatzverlusten führen kann, wenn Auftraggeber Lieferanten aufgrund dessen “outlisten” oder ein Unternehmen dadurch an der Teilnahme von Ausschreibungen ausgeschlossen wird.

Da Compliance in der Management-Praxis so immer relevanter wird, richten viele Unternehmen eigene Abteilungen mit Experten und Expertinnen ein. Solche Abteilungen können je nach Komplexität des Unternehmens und Kerngeschäft kleiner oder größer ausfallen. In der Praxis lässt sich beobachten, dass das Thema häufig in der Rechtsabteilung oder im Risiko-Management angesiedelt wird, da für die notwendige Rechtstreue u.a. juristisches Know-How gefordert ist und das Prinzip der Risikovermeidung im Vordergrund steht.

Im Rahmen des Compliance-Management sprechen Experten oftmals über den sogenannten “Compliance-Lifecycle”, den Betriebe immer wieder durchlaufen:

  • reform = erfassen, entscheiden und Prozesse definieren/verändern
  • comply = gesetzl. Anforderungen und Prozesse einhalten
  • report = relevante Daten transparent machen

Es geht im Compliance-Management somit darum, einen zuverlässigen immer wiederkehrenden Prozess mit Datenerhebungen und Prüfpunkten zu etablieren, über den transparent berichtet werden kann.

Compliance-Experte Ulrich Heun gibt Unternehmen 11 Tipps mit auf den Weg2:

  1. Bedarfsgerecht definieren
  2. Auf Überflüssiges verzichten
  3. Auf die Praktikabilität achten
  4. Für Verständnis sorgen
  5. Compliance von oben vorleben
  6. Sinnvoll kontrollieren
  7. Compliance Regelwerk implementieren
  8. Hinweisgebersysteme und Ombudsmann einrichten
  9. Einbindung in das operative Geschäft
  10. Den zahnlosen Tiger vermeiden
  11. Agil bleiben

CSR und Compliance: Was sie vereint und trennt

Die Institutionalisierung und damit einhergehende Professionalisierung des CSR-Managements lassen beide Disziplinen – CSR und Compliance – immer näher zusammenrücken. Denn auch CSR hat eine zunehmende Regulatorik erfahren, die das Thema aus der “nice-to-have”-Ecke geholt und in die “licence-to-operate”-Ecke gestellt hat. Allen voran die CSR-Berichtspflicht ist ein Beispiel für ein nachhaltigkeitsrelevantes “hard law”. Die Umsetzung von ISO-Normen zu Umwelt, Qualität und Nachhaltigkeit oder aber die Bekennung zu den Prinzipien des UN Global Compacts oder den Sustainable Development Goals (SDGs) zeigt den Willen der Unternehmen, sich auch in Sachen CSR in die freiwillige Selbstverpflichtung zu begeben. Dabei verfolgen Betriebe mit ihrem systematischen Nachhaltigkeitsmanagement entweder die Maxime „Keep us out of trouble“ oder „Make our business better“, idealerweise jedoch beides gleichzeitig. „Vielen ist nun klar, dass das Abwarten bis zu gesetzlichen Regulierungen oder selbst beschränkenden Verbandsbeschlüssen von Schlüsselbranchen schnurstracks und ungebremst vor die Betonmauer führt3, ist Kommunikations- und Nachhaltigkeitsexperte Dr. Klaus Stallbaum überzeugt.

Experten beider Managementfelder betonen, dass CSR wie auch Compliance sich unter dem Dach der “Corporate Governance” komplementär zusammenführen lassen. Während Compliance ein Referenzsystem zeichnet, das sich mit der Rechtstreue und Integrität im Unternehmen beschäftigt und bei der Rechtsabteilung aufgehangen ist, bezeichnet CSR vorwiegend eine ethische Haltung, die im Unternehmen operationalisiert und als Einheit oftmals in der Kommunikationsabteilung oder aber als Stabsstelle bei der Unternehmensführung aufgehangen wird.

Reinhold Kopp, Minister a.D. und Partner bei Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft hat auf dem Deutschen CSR-Forum 2014 den Teilnehmenden empfohlen, dass …

  • die Konvergenz mit konkreten Inhalten gefüllt werden muss
  • es eine persönlich vorgelebte Werteorientierung im Unternehmen braucht
  • die Ressourcenausstattung in den Unternehmen den Anforderungen im Bereich CSR und Compliance angepasst werden muss
  • sie als integrierte Managementsysteme interagieren und ganzheitlicher Bestandteil der gesamten Wertschöpfungskette verstanden werden müssen
  • Verantwortung regional und global auch Ÿüber die eigenen Grenzen hinaus getragen werden muss
  • eine Fehlerkultur zugelassen und gelebt werden soll.

Industrial Compliance: Wer produziert, wird reguliert

In Industrieunternehmen bzw. produzierenden Unternehmen mit einer umfangreichen Anlageninfrastruktur ist Compliance über die Jahre immer umfangreicher und relevanter geworden. Hier spricht man von der sogenannten “Industrial Compliance”, die u.a. spezifische Themenfelder wie Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Umwelt- und Gesundheitsschutz umfasst.

So müssen produzierende Unternehmen eine Reihe unterschiedlicher Gesetze und Normen in ihrem Anlagenbetrieb einhalten, damit weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen. Auch hier liegen das Compliance- und CSR-Management eng beieinander. Risiken müssen antizipiert, erkannt, geprüft sowie behoben und schließlich kontinuierlich kontrolliert werden. Ohne das entsprechende Know-how und eine passende IT-Lösung, ist es beinahe eine Sache der Unmöglichkeit für Betriebe eine aktuelle Übersicht über die relevanten Rechtsquellen zu erhalten und einen zuverlässigen Prozess zu etablieren.

Die IT-Infrastruktur als doppeltes Sicherheitsnetz

Für viele produzierende Unternehmen ist eine IT-Infrastruktur unerlässlich. Nicht nur geht es darum, mithilfe eines Softwaresystems eine zuverlässige und transparente Dokumentation der Compliance sowie den Prozess gewährleisten zu können, es geht vor allem darum nach vorne gewandt Compliance-Maßnahmen zu planen und Handlungsbedarfe rechtzeitig zu antizipieren. Eine Software macht den Compliance-Prozess inkl. Datenerfassung in Unternehmen somit beherrschbarer und minimiert betriebliche Risiken.

Ein Software-Anbieter für Industrial Compliance in Deutschland ist WeSustain: Mit der “Enterprise Compliance Management Lösung” (kurz: ECM) unterstützt WeSustain – vor allem produzierende Unternehmen – bei der Professionalisierung ihres Compliance-Managements. Die ECM-Lösung integriert neben den klassischen Compliance relevanten Aspekten auch ökologische und soziale Aspekte. Die wesentlichen vier Mehrwerte der ECM-Lösung sind:

  1. Rechtsrelevanz: Die sich automatisch aktualisierenden Rechtskataster sorgen dafür, dass das Unternehmen stets weiß, ob es von Neuerungen in Gesetzen betroffen ist.
  2. Rechtssicherheit: Durch transparente Dokumentation und Datenerfassung entlang des Prozesses sowie automatisierte Hinweise für verantwortliche MitarbeiterInnen, können Unternehmen ihre Compliance proaktiv steuern und Prüffristen zuverlässig managen.
  3. Prozess-Effizienz: Als zentrale Plattform bildet die ECM-Lösung die Arbeitsschritte und Verantwortlichkeiten ab und macht so den Compliance-Prozess effizienter.
  4. Content-Integration: Die ECM-Lösung integriert alle relevanten Informationen und Rechtsquellen an den entsprechenden Arbeitsschritten entlang des gesamten Prozesses.

Durch Softwarelösungen können sich Unternehmen somit im wahrsten Sinne des Wortes ein doppeltes Sicherheitsnetz aufbauen: Rechtssicherheit durch softwaregestützte Prozesssicherheit.

Ein Ausblick: Das Compliance-Management der Zukunft

Das betriebliche Compliance-Management wird in Zukunft sicher noch weiter an Komplexität gewinnen. Es ist daher wichtig, dass Unternehmen zunehmend auf digitale Lösungen zurückgreifen, um Prozesse effizient zu gestalten. Sicherlich werden Fortschritte im Bereich Internet-of-Things und Künstlicher Intelligenz  ihren Beitrag dazu leisten, dass das Compliance-Management sich professionalisiert und streckenweise automatisiert. So forscht WeSustain in dem Projekt “EHS-BAI” (= engl. Environment, Health & Safety based on artificial intelligence) gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück seit Februar 2018 an der Frage, ob Künstliche Intelligenz bei der Beurteilung von EHS-Regularien beim Betrieb von Anlagen den manuellen Aufwand und die Verarbeitungszeiten reduzieren kann.

Auch im Kontext von RegTech – einer Verschmelzung von “regulatory” und “technology” entwickeln Unternehmen derzeit im engen Zusammenhang mit der FinTech-Debatte neue Technologien, um z. B. in der IT-Bankeninfrastruktur ein effizientes Compliance-Management aus IT-Sicht zu unterstützen. Eine der zentralen Fragestellungen dabei ist: Wie wirkt sich die Digitalisierung (z. B. cloud-basierte Services, Blockchain oder Künstliche Intelligenz) künftig auf juristische und regulatorische Rahmenwerke aus?

So oder so wird das Compliance-Management aus der Unternehmenspraxis, wie es das CSR-Management mittlerweile auch ist, nicht mehr weg zu denken sein und ein zentraler Bestandteil der “licence to operate” werden.

Hinweis:
Erfahren Sie mehr zum Enterprise Compliance Tool von WeSustain und erleben Sie in einer Demo-Version die Funktionalitäten für mehr Rechtssicherheit in Ihrem Unternehmen.

Mehr zur Demo-Version

16 Apr 2019

16. April 2019 | 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr

Sie verfolgen in Ihrem Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie und fragen sich, ob und wie Ihre einzelnen Maßnahmen wirken? Erhalten Sie in unserem Webinar erste Impulse zur betrieblichen Wirkungsmessung, kompakt und praxisnah.

Welchen Mehrwert schafft ein Unternehmen und hat die eigene Unternehmensstrategie eine positive oder negative Wirkung auf Gesellschaft, Umwelt und/oder Wirtschaft? Feststeht: Unternehmen, die nicht zum Gemeinwohl beitragen, werden es künftig schwer haben. Umso wichtiger, dass sie die Wirkung ihres Geschäftsmodells und ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten nachvollziehbar, transparent und vor allem messbar machen.

Inhalt:
Erfahren Sie zu Beginn des Webinars, aus welchem Trend heraus sich das Impact Management entwickelt hat und was unter betrieblicher Wirkungsmessung zu verstehen ist. Im Anschluss teilt die Neumann Gruppe GmbH exklusiv ihre Erfahrungen, wie sie Impact Management in der Unternehmenspraxis umgesetzt hat. Abschließend stellen wir Ihnen die Impact Management Software von WeSustain vor und zeigen Ihnen, wie sie Sie auf Ihrem Weg in ein professionelles Impact Management unterstützt.

Partner:
WeSustain freut sich auf die Unterstützung seiner Partner:

Sonja König | Neumann Gruppe GmbH
Head of Corporate Responsibility der Neumann Kaffee Gruppe, dem weltweit führenden Rohkaffeedienstleister, der u.a. in den Bereichen Anbau und Farmmanagement, Qualitätsaufbereitung und Klassifizierung sowie Export und Import tätig ist.

Marie-Lucie Linde | Linde Consulting
Nachhaltigkeits- und Kommunikationsexpertin, zertifizierte CSR-Managerin (FA) sowie Gründungsmitglied der sustainable natives eG. Sie begleitet Unternehmen beim Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagement.

 

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* Bitte auf “Register” klicken, damit Sie sich offiziell anmelden können.

12 Apr 2019

WeSustain veröffentlicht Whitepaper “Impact Management”

Das Whitepaper “Impact Management” von WeSustain gibt einen Einblick in das betriebliche Querschnittsthema, das mit der fortschreitenden Professionalisierung des CSR-Managements immer mehr Bedeutung gewinnt. Welche Rolle dabei Tools und Softwarelösungen spielen.

Immer mehr Unternehmen stellen sich der Herausforderung „Nachhaltigkeit“. Sie widmen sich sozialen und ökologischen Problemen, für die sie unternehmerische Lösungen suchen und anbieten. Denn feststeht: Unternehmen, die nicht zum Gemeinwohl beitragen, werden es künftig schwer haben. Umso wichtiger, dass sie die Wirkung ihres Geschäftsmodells und ihrer einzelnen Nachhaltigkeitsprojekte nachvollziehbar, transparent und vor allem messbar machen.

Das Whitepaper “Impact Management in Unternehmen” von WeSustain beschäftigt sich mit einer neuen Dimension des betrieblichen Querschnittsthemas, das strukturell nicht neu ist, aber in seiner Ganzheitlichkeit eine neue Herausforderung für die Unternehmenspraxis darstellt: Die Wirkungsmessung bzw. das Impact Management. Softwarelösungen – wie die von WeSustain – können somit maßgeblich zu der Professionalisierung des Impact Managements sowie des CSR-Managements beitragen.

Mehr Informationen zur Impact-Management-Software von WeSustain finden Sie unter: https://www.wesustain.com/impact-management

Bitte schicken Sie mir meinen persönlichen Downloadlink:

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20 Mrz 2019

Auf dem Nachhaltigkeit-Software-Überblickstag von brands & values am 21. Februar 2019 in Hamburg überzeugt WeSustain mit seiner ESM-Lösung die teilnehmenden Unternehmen im direkten Vergleich.

Das Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen professionalisiert sich zunehmend. Und so greifen immer mehr Betriebe – vor allem für die CSR-Berichterstattung – auf Softwarelösungen zurück. Der Markt für geeignete Lösungen ist jedoch unüberschaubar. Seit einigen Jahren veranstaltet daher brands & values einmal im Jahr einen Nachhaltigkeit-Software-Überblickstag, um Unternehmen einen exklusiven Einblick in die verschiedenen Softwaresysteme am Markt zu geben. Am 21. Februar 2019 haben sich fünf Anbieter vorgestellt: SoFi von thinkstep, Quentic, Verso, Datamaran und die ESM-Lösung von WeSustain.

Im Rahmen einer Teilnehmer-Umfrage wurden die vorgestellten Softwarelösungen bewertet. Dabei hat sich WeSustain mit seiner ESM-Lösung in drei von vier Kategorien im direkten Vergleich durchgesetzt. Auf Rückfrage, ob die Teilnehmenden einen guten Überblick über das Angebot erhalten haben, ob die Software ihren Bedürfnissen entspräche und ob sie den Anbieter in ihre engere Auswahl nehmen würden, wurde die ESM-Lösung von WeSustain durch die Unternehmen auf Rang 1 gewählt.

“Wir bieten mit 10 Softwaremodulen genau die Flexibilität, die sich viele Unternehmen für ihr CSR-Management wünschen. Dass wir es bei vielen in die engere Auswahl schaffen, ist der Beweis dafür, dass wir verstanden haben, wo Unternehmen individuelle softwaregestützte Hilfe benötigen”, erklärt Dr. Manfred Heil, Geschäftsführer bei WeSustain.

Zur ESM Software

07 Feb 2019

Welchen Mehrwert schafft ein Unternehmen und hat die eigene Unternehmensstrategie eine positive oder negative Wirkung auf Gesellschaft, Umwelt und/oder Wirtschaft? Impact Management soll Antworten auf all diese Fragen liefern. Ein Einblick in ein im doppelten Sinne wirkungsmächtiges Tool.

von Marie-Lucie Linde

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Nicht nur Start-ups und Social Entrepreneure, immer mehr Unternehmen stellen sich der Herausforderung „Nachhaltigkeit“. Sie widmen sich sozialen und ökologischen Problemen, für die sie unternehmerische Lösungen suchen und anbieten. Nachhaltiges Wirtschaften findet so Schritt für Schritt seinen Weg aus der Nische heraus und wird zum neuen Imperativ für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Denn feststeht: Unternehmen, die nicht zum Gemeinwohl beitragen, werden es künftig schwer haben. Umso wichtiger, dass sie die Wirkung ihres Geschäftsmodells und ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten nachvollziehbar, transparent und vor allem messbar machen.

Und so fragen sich immer mehr Unternehmen: Welche langfristige Wirkung (engl. impact) bzw. welchen Mehrwert bringen wir mit unserem Engagement für das Gemeinwohl? Auf welche der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (kurz: SDGs) wirken wir? Um hierauf Antwort geben zu können, beginnen Unternehmen damit, die Wirkung ihrer Aktivitäten durch messbare Kennzahlen transparent zu machen und in ihre nicht-finanzielle Berichterstattung zu integrieren. Die große Herausforderung dabei: Wie das nicht eindeutig Messbare messbar machen? Eine Aufgabe für das unternehmerische Controlling, das über die reine Datenerfassung für die CSR-Berichterstattung hinausgeht.

Ein Trend mit Auswirkungen

Wenn man von „Wirkungsmessung“ oder englisch „Impact Measurement“ spricht, ist eine Begriffsklärung zu Beginn angebracht. Denn zu unterscheiden ist der Outcome vom Impact. Während der Outcome mit Ende einer Einzelmaßnahme angestrebt wird und zeitnah feststellbar ist, tritt der Impact derselben Maßnahme meistens erst mittel- bis langfristig ein und wird erst dann messbar. Dabei ist das Bedürfnis nach Wirkung und Transparenz – so Trendforscher – ein globaler Trend, der mittlerweile seinen Weg ins Operative der Wirtschaft findet. Zum Beispiel wollen immer mehr Geldgeber wissen, was ihre sozialen Investitionen bewirken. Studien zeigen, dass 95 Prozent der Impact Investoren weltweit sich bereits heute von Social-Impact Measurement-Analysen in ihren Entscheidungen leiten lassen. Daher lohnen sich entsprechende Messungen auch für Unternehmen und nicht nur sozial-orientierte NGOs. Und so gilt es das Thema nun, nach einem ersten Hype-Cycle im sozialen Sektor, auch im Privatwirtschaftlichen in die Praxis umzusetzen. Dabei spielt der Trend des “Big Data for Good” der unternehmerischen Wirkungsmessung in die Karten: Die enorme Datenmenge, die durch zunehmend digitalisierte Prozesse in Betrieben entsteht, schafft die Basis für eine belastbare Messung.

Und trotzdem zeigt sich: Den meisten Unternehmen fehlt noch das “Handwerkszeug” für eine valide und effiziente Wirkungsmessung. Die Herausforderungen für Unternehmen liegen initial vor allem in den folgenden Fragestellungen:

  • Was ist eigentlich Wirkung/Impact?
    Nicht immer ist man sich bei dem Begriff “Wirkung/Impact” im privatwirtschaftlichen Sektor einig, sodass unterschiedliche Definitionen innerhalb von Unternehmen und der Wirtschaft umhergeistern. So wird eine gemeinsame und vergleichbare Grundlage für eine Wirkungsmessung schwierig.
  • Wie das Nicht-Messbare messen?
    Wirkungsmessung bedeutet das Messen von komplexen Sachverhalten, die zum Teil gar nicht oder nur bedingt messbar sind.
  • Wer, wann und wie soll gemessen werden?
    Es braucht einen definierten Prozess, angemessene Kontrollfunktionen und klare Verantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmens, die bis dato betrieblich so noch nicht notwendig waren.
  • Was muss der der Prozess leisten?
    Der Prozess an sich ist eine zentrale Herausforderung, denn nicht nur das initiale Implementieren ist eine Mammutaufgabe, auch die konsistente Anwendung des Prozesses bedarf Zeit und hohe Professionalität im Unternehmen.
  • Wie steht es um die Datenqualität?
    Selbst für die Unternehmen, die bereits einen Prozess etabliert haben, ist die notwendige Datenqualität mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Denn schnell können falsche oder missverständliche Informationen zu Reputationsschäden führen.
  • Was ist, wenn es zu komplex wird?
    Gerade für Unternehmen mit mehreren Standorten oder mit Geschäftsaktivitäten im Ausland ist es schwer, ihr gesellschaftliches Engagement konsistent zu gestalten und messbar zu machen.

Den Herausforderungen stehen zugleich eine Vielzahl von Chancen gegenüber, warum ein professionelles Impact Measurement lohnt:

  • Unternehmen können neue Investoren mithilfe von Impact Measurement-Analysen für sich gewinnen oder bestehenden Investoren einfacher Zwischenbericht leisten
  • Der Wirkungsmessungsprozess kann dazu beitragen, bestehende und geplante Maßnahmen zu verbessern
  • Die Wirkungsmessung liefert neue und belastbare Daten, über die Unternehmen sprechen und in Berichten kommunizieren können
  • Die Wirkungsmessung kann Basis für neue Kollaborationen bieten, da transparent wird, wo welches Unternehmen einen Impact erzeugen will und sich dafür mit anderen Unternehmen/Organisationen zusammen tun kann.

NGOs – die erfahrenen Wirkungsmesser

Vorreiter des Impact Managements sind NGOs, deren Daseinsberechtigung das soziale und/oder ökologische Wirken ist. Oft durch Spendengelder finanziert, müssen NGOs ihre Aktivitäten und Programme durch Wirkung rechtfertigen. Doch auch nach Innen gerichtet ist eine Wirkungsmessung für NGOs unerlässlich, damit sie überhaupt effektive Programme planen können. So hat DoSomething.org, die Jugendliche ermächtigt sich sozial zu engagieren, durch einen Big-Data untermauerten Prozess festgestellt, dass sie ihre Zielgruppe für die Programme eher über SMS als per E-Mail erreichen.

Ein effizientes Impact Management kann Unternehmen und Organisationen zudem dabei unterstützen, die Lebensumstände ihrer Zielgruppe besser zu verstehen und Wechselwirkungen sozialer Probleme schneller zu erkennen. So nutzt das Justice Mapping Center in New York Adressdaten aller Gefängnisinsassen, um in den betroffenen Wohngebieten gezielt Maßnahmen wie Drogenberatung oder Nachbarschaftshilfe anzubieten. Durch solch datenbasierte Messprozesse können Unternehmen und Organisationen die Lebensqualität in verschiedenen Regionen in Echtzeit abbilden und Lösungen entwickeln. Eine solche vernetzte und datenbasierte Sicht kann in Zukunft dafür sorgen, dass Programme und Maßnahmen effektiver sind.  

Der Prozess ist die halbe Miete

Das A und O für eine effiziente und belastbare Wirkungsmessung ist ein konsistenter Prozess, der alle Aktivitäten inkl. entsprechender Verantwortlichkeiten sowie Termine und Kontrollen, die die Datenerhebung und -übermittlung betreffen, erfasst. Dieser Prozess sollte idealerweise durch MitarbeiterInnen des betrieblichen Controllings betreut und unterstützt werden.

Bei der Implementierung eines solchen Prozesses empfehlen Experten die folgenden sieben Schritte:

  1. Strategische Vorüberlegungen: Entwickeln Sie eine Vision, entscheiden Sie sich für eine Methode (z.B. Social Return on Investment, Social Reporting Standard, IooI-Methode, LBG-Framework) zur Wirkungsmessung und überlegen Sie, wer involviert werden sollte.
    Wichtig: Definieren Sie verbindliche Berichtswege und klare Verantwortlichkeiten für die Prozessschritte
  2. Fokussierung: Entscheiden Sie sich, welche die für das Impact Measurement relevanten Maßnahmen aus Ihrem Programm sind.
    Hinweis: Beachten Sie hier vor allem das Nutzen-Aufwand-Verhältnis, damit Sie die wirklich wirkungsrelevanten Maßnahmen in die Messung aufnehmen
  3. Ziele/Kennzahlen: Identifizieren Sie die Ziele und Kennzahlen, mit denen Sie die Ergebnisse Ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten erfassen können
  4. Datenerhebung: Planen Sie Ihre Datenerhebung, indem Sie sich für eine Methode entscheiden, die die für Sie notwendige Datenqualität gewährleisten kann
  5. Tools & Datenmanagement: Entwickeln Sie Tools für die Datenerhebung oder erwerben Sie ein bestehendes softwarebasiertes Impact Measurement Tool, das Sie dabei unterstützt die notwendige Datenqualität zu erzielen.
    Tipp: Lassen Sie nach dem Vier-Augen-Prinzip die erhobenen Daten von einem nicht in den Erhebungsprozess involvierten Mitarbeitenden auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen
  6. Datenanalyse: Nutzen Sie die Informationen, die in den Daten stecken, und passen Sie Ihre Maßnahmen mit Hinblick auf einen höheren Impact an. Berichten Sie so zudem regelmäßig über Fortschritte gegenüber Ihren Stakeholdern
  7. Kommunikation & Lessons Learned: Nutzen Sie die Erkenntnisse über Ihren Impact zur internen und externen Kommunikation und formulieren Sie “lessons Learned”, die Ihnen helfen, Ihre Strategie und Ziele zu verbessern. Dies ist der Zeitpunkt, wo Sie mit der Planung der nächsten Wirkungsmessung starten und die Schritte erneut durchlaufen und evaluieren

Ein Tool als Freund und Helfer

Wie schon bei der CSR-Berichterstattung, die von Jahr zu Jahr immer datenbasierter wird, kann auch beim Impact Management eine softwarebasierte Lösung den Prozess vereinfachen und effizienter gestalten. Denn sie unterstützen dabei, Daten an einem zentralen Ort zu erfassen, schaffen Transparenz, machen die unterschiedlichen Reporting-Prozesse effizienter und erhöhen durch Plausibilitätsprüfungen die Datenqualität. Impact-Experten empfehlen Unternehmen einen softwarebasierten Prozess ab dem Moment, an dem alle Hausaufgaben strategischer Natur (Schritte 1-3) gemacht wurden, um den Wirkungsmessungsprozess und seine Daten belastbarer und nachvollziehbarer zu machen.

Und so ist ein intelligentes Tool Freund und Helfer eines jeden Unternehmens, das sich der Mammutaufgabe der Wirkungsmessung stellt. Denn immer dann, wenn es auf eine datenbasierte Messbarkeit ankommt, können Softwarelösungen automatisieren und vereinfachen. Kurzum: Sie können Licht ins Dunkle bringen, wo Unternehmen derzeit noch in Sachen Wirkungsmessung im Trüben fischen und jede Hilfe gut gebrauchen können.

Hinweis:
Erfahren Sie mehr zum Impact Management Tool von WeSustain und erleben Sie in einer Demo-Version die Feature für eine effiziente und professionelle Wirkungsmessung in Ihrem Unternehmen.

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