wind turbines and the sea of clouds on stretches of blue mountains background,a panoramic view of the beautiful natural scenery
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GEFÖRDERTE PROJEKTE

Projektlaufzeit:

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Projektzusammenfassung:

01.02.2018 – 30.09.2020

WeSustain GmbH/Dr. Daniel Süpke

EFRE 2.2.3 Innovationsverbünde

Der Themenkomplex „Umwelt, Gesundheit, Arbeitssicherheit“ (engl. Environment, Health, Safety = EHS) hat in den letzten Jahren in Unternehmen einen enormen Bedeutungszuwachs erlangt. Ziel von EHS ist der Schutz von Mitarbeitern, der Öffentlichkeit und der Umwelt vor Gefahren, die mit den Produkten und der Leistungserstellung von Unternehmen verbunden sind.

Dem Vorsorgeprinzip entsprechend beschäftigt sich eine Vielzahl von supranationalen, staatlichen und privaten Institutionen mit der Thematik. Dies hat über die Zeit zu einer enormen Regelungsdichte und –komplexität geführt, die sich in Normen, Gesetzen, Verordnungen niederschlagen. Für den Betrieb von Anlagen umfasst dies beispielsweise ein klares und vollständiges Verständnis der Unternehmen hinsichtlich ihrer Bertreiberverantwortung, der Betreiberpflichten sowie deren interne Umsetzung im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen. Aus Sicht der Unternehmen führt die zunehmende Regelungsdichte und deren Veränderungsdynamik zu erheblichen Unsicherheiten. Da dieser Bereich unmittelbar haftungs- und compliance-relevant ist und darüber hinaus das gesamte Geschäftsmodell gefährden kann (license-to-operate), sind die Unternehmen stark motiviert effektive Management-Systeme und die unterstützenden Prozesse einzuführen und zu verbessern.

Herkömmliche Management-Systeme beruhen auf einem relationaldeterministischen Ansatz. Dies bedeutet, dass beispielsweise basierend auf einem Anlagenkataster die jeweils korrespondierenden Gesetze und Verordnungen identifiziert werden und deren Relevanz und Umsetzungsnotwendigkeit durch betriebliche Experten oder externe Berater beurteilt wird. Hierbei kommen klassische Datenbanksysteme zum Einsatz. Schwachpunkte dieser Vorgehensweise sind, dass das Volumen und die Komplexität des relevanten Regelungsrahmens meist nicht vollständig einbezogen werden kann und logische und kontextuale Beziehungen innerhalb und zwischen den Regelungsbereichen nicht ausreichend verstanden werden können. Zudem beschränkt sich das Expertenwissen auf wenige Mitarbeiter.

EHS-Regularien sind bei der Beurteilung von Unternehmen von höchster gesellschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Relevanz. Sie werden von gesellschaftlichen Akteuren wie NGOs, Regierungsstellen, Kunden und insbesondere von institutionellen Anlegern wie großen Pensionsfonds genutzt, um langfristige Risiken einzuschätzen sowie den gesellschaftlichen Gesamtnutzen zu evaluieren.

Die Grundlagen der EHS-Regularien werden heutzutage mit sehr großem Aufwand manuell aus diversen Quellen wie Gesetzestexten, Normungen, Online-Informationen und Verbandsberichten extrahiert. Dieser manuelle Aufwand wird in Zukunft aufgrund der kontinuierlich steigenden Menge an Informationsquellen weiter steigen. Zugleich wird es, etwa im Hinblick auf die Internationalisierung der Leistungserstellung, zunehmend wichtiger, solche Informationen ohne großen Zeitverlust und global aufzugreifen.

Diesen manuellen Aufwand und die notwendige Verarbeitungszeit gilt es durch innovative und zu entwickelnde Methoden und Techniken der automatischen Wissensverarbeitung zu reduzieren. Ziel des Vorhabens ist die automatische Extraktion von relevanten EHS-Regularien und deren kognitive Analyse im individuellen Unternehmenskontext durch Methoden der künstlichen Intelligenz.

Wir danken der Europäischen Union vielmals für Ihre finanzielle Unterstützung des Projekts!

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